Kultur

Anderswo – Allein in Afrika. Interview mit Anselm Pahnke, der mit dem Rad allein durch Afrika gefahren ist.

Gewinnspiel: Zusätzlich verlose ich in Kooperation mit dem Fahrrad Kultlabel Chrome Industries eine zeitlose Bikeshorts mit Understatement- Charakter!

Anselm, Du bist ein Jahr mit dem Fahrrad durch Afrika gereist. Warum genau dieser Kontinent?

Von allen Kontinenten und Orten, an die ich denken konnte, zog es mich am stärksten nach Afrika. So intensiv, kraftvoll und lebendig. So weit weg von dem, was ich gewohnt war. Es gab so viel, was ich mir nicht vorstellen konnte. Deshalb wollte ich los, um ein Gefühl für diesen Teil der Erde zu bekommen. Ich war immer gerne draußen in der Natur und hatte schon ein paar kürzere Rad-Reisen durch Europa gemacht. Afrika hatte immer eine besondere Faszination für mich, weil auch unsere Wurzeln dort liegen. Ausschlaggebend war dann, dass zwei Bekannte von mir nach Afrika reisen wollten, das gab mir den letzten Impuls. Ich wollte es anfangs mit allen Mitteln vermeiden, allein reisen zu müssen. Also ergriff ich die Chance und buchte spontan einen Flug nach Südafrika. Wie tief diese Reise in den Kontinent hineingehen würde, war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht klar.

Hast du für dieses Abenteuer trainiert? Was machst du sportliches in deinem Leben?

In den Monaten zuvor saß ich vier Monate am Schreibtisch und habe meine Bachelorarbeit geschrieben. Die Reise habe ich nur zwei Tage lang vorbereitet. Die ersten Etappen in Südafrika habe ich kürzer gestaltet, mich an das neue Leben gewöhnt bis das Reisen schließlich zum Alltag wurde. Ich glaube um so kürzer reine Entscheidung hinterfragt und geplant wird, um so einfacher fällt sie dann auch anzugehen.

Wie hast du deine Reise durch Afrika und deine Monate danach in Asien finanziert?

Vor der Reise hatte ich ein vages Gefühl, etwas zu suchen: Intensität und Lebendigkeit. Das habe ich erlebt. Nicht plötzlich, sondern Tag für Tag. Wenn man sich nur aus eigener Kraft bewegt, Wasser suchen muss und ganz nah an der Natur ist, spürt man eine ganz grundlegende Art von Leben. Dabei waren auch die unschönen Seiten wichtig: Angst, Unsicherheit und Einsamkeit. All das gehört dazu und ich wollte es wahrnehmen.

Irgendwann konnte ich diese Emotionen in mir dann auch annehmen und entwickelte ein tiefes Vertrauen in mich selbst und eine ganz andere Art von Stärke. Ich habe dadurch auch in der Begegnung mit fremden Menschen gelernt, ihnen zu vertrauen. Letztlich ich habe wirklich etwas gefunden, das ich davor noch nicht kannte: Die Erkenntnis, dass die Einsamkeit auch eine schöne Kehrseite hat und dass das Alleinsein, wenn man es akzeptiert, bereichernd, ehrlich und wunderschön sein kann. Ich bin mein eigener Freund geworden.

Du sagst in deinem Film, „dass, du am meisten davor Angst hattest alleine zu sein.“ Was kam in der Wüste Afrikas für Gefühle hoch?

Ich hatte immer Angst und eine gewaltige Abneigung vor dem alleine sein, vor dem alleine Reisen. Es war mir, als würde ich mich in eine Aussenseiterposition bringen, frei von Freude und Austausch. Die Stimmen meiner Gesellschaft haben die Gewohnheit mich einzusagen. Versuchen mit verführerischen Argumenten meinem Leben Sicherheit zu geben. An dieses Gefühl hatte ich mich gewohnt und so dachte ich, dass ohne diese Stimmen eine bedeutungslose Leere auf mich wartet.

„Ich habe in der Begegnung mit fremden Menschen gelernt, ihnen zu vertrauen.“

Ich war daran gewöhnt dass mir mein Umfeld sagt, wer ich bin. Aus vielerlei Gründen haben wir Menschen Angst vor dem Unbekannten und dem alleine sein. Die Einsamkeit hat mich überrascht. Die Begegnung mit ihr erzeugte in mir lange Zeit ein Gefühl der Angst, während ich mich nun sehr wohl mit mir alleine fühle. Es fühlt sich so an, als wäre die Einsamkeit immer da gewesen.Ich glaube man ist so lange Einsam bis man lernt allein zu sein.

Du bist durch unendliche Weite, Dschungel, Wüste und atemberaubende Natur gefahren. Was passierte mit dir mental als auch körperlich in dieser Zeit?

Ich habe erkannt, dass ich mich immer wieder abseits des Lärmes meiner Gesellschaft einer Herausforderung stellen muss. Um zu begreifen und zu erfahren was mich bewegt. Um mit mir in eine Konfrontation zu kommen. Es gibt für mich keinen Ort in dem ich mich lebendiger fühle, als im Neuen. Körperlich stellt sich alles nach und nach auf die Bedingungen ein. Mental ist es besonders wichtig immer in Kontakt zu sein, genau hinzuhören was einen gerade bewegt. Ich glaube besonders die Wüste ist wunderbares Umfeld auf so eine Reise, da es kaum noch etwas gibt, dass dich ablenkt.

Tausende Kilometer weit weg von der Familie, den Freunden und der Heimat: Wie hast du Europa in dieser Zeit durchdacht.

Ich hatte während der Zeit ganz bewusst kaum Kontakt nach Europa. Ich kann auch nicht sagen dass mir etwas gefehlt hat. Ich habe mich nur mit den Sachen beschäftigt die um mich herum geschehen sind und da lag mein Radius oft nur wenige Kilometer weit.

Wie haben die Menschen in Afrika auf dich reagiert, als du aus dem Nichts aufgetaucht bist?

Ich habe viele Teile Afrikas als unglaublich ehrlich, unvoreingenommen und interessiert erlebt. Reaktionen, Handlungen und Verhalten liegen viel näher an dem, was einen Menschen vom Inneren heraus steuert. Pur und kaum Aufgesetzt. Ich habe auf der Reise mit jeder neuen Erfahrung ein tieferes Vertrauen entwickelt und konnte mich dem Kontinent mehr und mehr öffnen. Ich war anfangs skeptisch, das färbte ab und kam zurück. Offenheit reflektiert sich in der Körpersprache, besonders wenn man sich nur über Lächeln und Handzeichen verständigen kann.

Was war deine schönste menschliche Erfahrung in dieser Zeit?

Die schönsten Erfahrungen waren oft nicht die spektakulären oder lauten, sondern die leisen Augenblicke, in denen ich einfach ganz im Moment war, in Afrika und bei mir. Da dachte ich nicht mehr an etwas anderes, an ein weit entferntes Ziel oder daran, wie etwas sein sollte oder von außen aussieht. Ich nahm einfach das Jetzt wahr – das, was gerade war. Ich war ganz da! Es war auch eine wunderbare, befreiende Erfahrung, nur mit dem Notwendigsten zu reisen. Ich hatte so wenig und war dabei so viel.

Solange du unter Menschen bist, gibt es für alles eine Lösung. Ich hatte Malaria und andere schwere Krankheiten, hatte Pannen und Unfälle. Aber immer habe ich gespürt, dass die Menschen vor Ort das auch kennen und mir helfen. Menschen, die mich anlächeln, zum Abendessen einladen oder einfach nur mit mir meinen Reifen flicken. Diese Hilfsbereitschaft hat mich überrascht und mir die tiefe Zuversicht geschenkt, dass ich nicht für alle Fälle vorbereitet sein muss, weil am Weg nicht nur Herausforderungen warten, sondern auch Unterstützung.

Hast du während der Reise geweint?

Ich glaube weinen zu können ist etwas das man lernen muss und besonders dann eintritt, wenn man enttäuscht ist. Wenn man mit sich alleine glücklich ist, weint man wohl nicht. Der einzige Moment an dem ich hätte weinen können, war bei der Trennung von meinen Freunden, aber ich habe es nie gelernt zu weinen, die Gefühle zuzulassen.

Was sind die wichtigsten Gimmicks, die du auf deiner Reise gebraucht hast?

Zum Überleben mein Benzinkocher. Zum Leben meine Musikbox die unter dem Lenker hing. Musik baut Brücke, erweckt Emotionen. In manchen Regionen konnte ich mich sprachlich nicht verständigen, also haben wir zusammen zur lokalen Musik getanzt.

Einige Zuschauer haben gesagt: „Ein Wunder das ihm nichts passiert ist.“ Reist man mit einer positiven Grund-Naivität besser?

Ich habe erfahren, dass die Angst immer von außen kommt. Dass etwas nicht möglich oder zu gefährlich ist, ist eine Einschätzung die andere spüren und versucht haben auf mich zu übertragen. Ich habe mich von fast allen Sicherheiten getrennt und genau das gab mir den Freiraum auf bisher unbekannten Instinkt, die auch beim Überleben helfen, zu hören. Wenn jemand etwas Mutiges macht, löst es bei anderen Menschen Angst aus. Man muss dann vorsichtig sein diese nicht aufzunehmen.Es ist ein Grund warum ich nie über meine Zukunft rede, weil sich doch am Ende nur alle einmischen.

Letztes Jahr lief sehr gut für dich: Deine Vorstellungen waren alle komplett ausverkauft. Jetzt kann man deinen Film sogar auf Netflix sehen! Deine Reise und vor allem Du als Mensch hast mich tief berührt. Wie erklärst du dir diesen extremen Zuspruch der Zuschauer?

Die Menschen haben eine unglaublich große Sehnsucht sich selber zu Begegnen. Die Geschichte von jemanden der sich aufmacht, völlig losgelöst eine Entdeckungsreise auslebt und von einem Tag in den anderen lebt, ich glaube das erweckt sehr intime Gefühle und Sehnsüchte. Außerdem fasziniert der Kontinent Afrika, er scheint so unerreichbar.

Das Reisen, die Eindrücke und Freiheit haben dich sehr geprägt. Als du zurück nach Deutschland gekommen bist, war alles anders. Für dich war es nicht einfach dort weiterzumachen, wo alles mit der Entscheidung begann aufzubrechen. Wie hast du dich verändert?

Ich habe erfahren, dass das Unbekannte nichts ist, worum ich mich sorgen sollte. Es ist ein Ort der mich empfängt. Ein Ort, an dem ich mich spüre und meine Ideen und Visionen sich frei entfalten. Es gibt mir Raum um lebendig zu sein. Dieses Vertrauen hilft mir bis heute bei all meinen Taten.

Sich dem Unbekannten zu öffnen ist im Wesentlichen das, was mein Leben ausmacht. Die Umstellung auf ein schnelles Leben in der Großstadt war nicht einfach, heute noch überfordern mich Supermärkte und Autobahnen. Ich musste lernen dass sich viele Fragen meiner Umgebung mit etwas beschäftigen was mich nicht interessiert, das System aber angeblich nur so funktioniert. Mir fiel es anfangs sehr schwer auf die Fragen der Zukunft und der Sicherheit Antworten zu finden, weil ich es verlernt hatte in diese Richtung zu denken.

Heute geht es mit sehr gut in Deutschland, ich habe eine innere Ruhe gefunden und vertraue mir. Da ermöglicht mir wunderbare Freundschaften nach außen, da ich gelernt habe mich zu mögen, auf mich zu hören.

Warum wolltest du deine Erfahrungen mit anderen Menschen teilen?

Die Idee zum Film kam von einer guten Freundin, sie war auch die einzige die wusste, dass ich unterwegs gefilmt habe. Ich habe mich über ein halbes Jahr schwer damit getan einen Film über mich und meine Erfahrung zu machen. Ich habe ganz zögerlich in der Produktion wahrgenommen dass diese Geschichte etwas Besonderes ist in unserer Zeit. Ohne die Hilfe und den Zuspruch von meinen Freunden die den Film so wunderbar werden lassen haben, würde es diesen Kinofilm nicht geben.

Was sind deine nächsten Ziele und welchen Ratschlag kannst Du Menschen wie mir geben, die gerne frei reisen wollen, aber nicht wissen wie?

Vertraue immer deinem Instinkt. Das erste Gefühl gibt einem Recht, danach neigt man dazu diesen Impuls zu überdenken und eine Idee oder Handlung doch lieber zu lassen. Ich vertraue immer auf mein Bauchgefühl und überquere eine Brücke erst, wenn ich vor ihr stehe.

Gewinnspiel:

Chrome Shorts mit Understatement. Ohne Schnickschnack aber voller Funktion!

Seit 25 Jahren ist es Chromes Leitmotto, Produkte für Biker zu kreieren und Menschen zum (Er-)Leben zu inspirieren. Funktionale Einfachheit gepaart mit Langlebigkeit ist die Devise. Nicht noch technischere, noch detailverliebtere, sondern hochwertige, hybrid einsetzbare Basisprodukte ohne Schnickschnack. Die Bikewear des Trendlabels ist in der Funktionalität sehr breit aufgestellt und charakterisiert den urbanen Lifestyle in einer Weise, dass sie nicht gleich als Fahrradklamotte erkennbar ist und dadurch perfekt zu ganz verschiedenen Zielgruppen und Aktivitäten passt.

Basis der kleinen, feinen Shorts-Kollektion sind eine hohe Funktionalität und hochwertige, atmungsaktive, schnelltrocknende und elastische Stoffe (beispielsweise Everest-4-Wege-Stretch). Die Fahrradinspiration ist überall gegenwärtig, aber die Textilien haben einen coolen, schicken Style und bieten Eigenschaften, die sowohl On- als auch Off-the-Bike funktionieren. Gewinnt eine Anza Short im Wert von 120€ für Frauen oder eine Folsom Short für Männer im Wert von 130€. (Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Chrome Industries entstanden)

Teilnahmebedingungen Gewinnspiel

Du bist ein/e begeisterte/r Biker/in? Du liebst Abenteuer? Outdoor Challenges sind dein Ding und du brauchst unbedingt eine Biker Shorts, die unkapputtbar ist und dich die nächsten Jahren begleiten wird? Dann mach mit und gewinne beim Chrome Industries Gewinnspiel!

Ihr habt die Möglichkeit sowohl auf Facebook als auch Instagram an dem Gewinnspiel teilzunehmen. In beiden Fällen wandert jeweils ein Los mit eurem Namen in meinen Gewinnspieltopf. Ihr seid mindestens 18 Jahre alt und folgt dem ThreeWords.Magazine auf Facebook /und oder InstagramDann verratet mir in euren Kommentaren auf FB oder Instagram welche Cycling Clothes and Gimmicks euch noch von Chrome begeistern?  Hier werdet ihr fündig! Gib bitte noch an für welches Modell du dich interessierst und deine Größe. Das Gewinnspiel läuft bis 09.09.2020. Die Gewinner werden via Facebook oder Instagram benachrichtigt.

1. September 2020

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