Kunst

Der Street-Art Künstler und Fotojournalist : JUST

rsz_h550_11_85Boris Niehaus – „Graffiti- und Street Art ist mein Leben.“

Am Kottbusser Tor ist 24h etwas los. Das bunte Treiben, die kleinen Läden und wild diskutierenden Menschen auf der Straße, die in verschiedenen Sprachen sprechen und oft lächeln, gehören zum Stadtbild Berlins wie die bunt bemalten Häuserwände, die mit wilden Graffitis besprüht sind. Hier kann man sehr gutes Essen bekommen, Freunde treffen und Kunst auf der Straße entdecken. Hier ist nicht alles sauber und geradlinig, hier ist Geschichte. Diese ecke Berlins ist die neue Heimat des Fotojournalisten und Street-Art-Künstlers „Just“.

Er gehört zu den bedeutendsten Fotografen der Graffiti- und Street-Art-Bewegung – seit rund 10 Jahren fotografiert er Künstler, die heute schon zu Ikonen geworden sind, und dokumentiert in brillianten Bildern die Höhepunkte urbaner Kultur. Ob spektakuläre Kunstwerke von Brad Downey und Mark Jenkins, exorbitante, außergewöhnliche Wandarbeiten von Blu oder FAITH 47 oder radikale Performances von ZEVS, Doma und Dave the Chimp oder Galerie- und Museumsschauen von DAIM, D*Face und EVOL – JUST war dabei.

Just ist über das Sprayen und Graffitis zur Streetart gekommen. Die Faszination sich durch jene Kunst noch weitaus besser als Künstler auf der Straße auszudrücken, war was ihn daran reizte. Nicht wie bei Galerien, wo nur ein kleiner Kreis Zugang hat, ist es bei der Streetart jedem möglich, sich im öffentlichen Raum auszudrücken. Just begleitet seit Jahren eine Vielzahl von Akteuren bei ihrer Arbeit, was manchmal in schwindelerregender Höhe, über den Dächern von New York, Warschau oder Bangkok auch gefährlich sein kann. Dabei gelingt es ihm aber vor allem, einen ganz persönlichen Einblick in Kreise zu bekommen, die anderen verschlossen bleiben. Er portraitiert mit seiner Fotografie auf unnachahmliche Weise das Wesen der Sprayer und den Prozess ihrer Arbeit. Wer diese Bilder sieht weiß: Dabei gewesen zu sein, ist das was zählt.

Ruhrgebiet – My Hood

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Eigentlich kommt Just, alias Boris Niehaus, der auf einem schottischen College Fotografie studierte, aus dem Ruhrgebiet. Nach Berlin kam er über Umwege. Losgelassen hat ihn diese Stadt und ihre Kunst seitdem nicht mehr. Die Leidenschaft zur Fotografie entwickelte sich durch das Fotografieren eigener Graffitis oder die seiner Freunde. Bevor die Witterung oder die Stadtreinigung die Werke vernichten konnten, mussten sie schnellstens dokumentiert werden.

Seine authentischen Fotografien fallen auf

Authentisch und voller Energie zeigen sie seine Kunst vor und Hinter der Kamera. Da Boris Niehaus selbst Teil der Szene ist, sind seine Akteure seine Freunde und die Schauplätze und Hausdächer in vielen Ländern dieser Welt kennt er gut. Er ist seit zehn Jahren aktiv am Sprayen, unzählige Fotos sind in Büchern, Ausstellungskatalogen oder Magazinen wie Modart, FAZ, Spiegel oder der New York Times erschienen. Was alle überzeugt, ist seine Lebendigkeit, die man in seiner Kunst wiederfindet: Satte Farben, die Liebe zur Großstadt, die Symbolik der Freiheit, wenn er nachts mit Freunden auf Hausdächern seine Spuren hinterlässt, die Blick in die Tiefe genießt und die kühle Luft atmet und als Stiller Beobachter das Einfängt was anderen nicht gelingt: Urbane, echte Street-Art Kunst die ein Leben für Ihn bedeutet.

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Krieg in Syrien

Das Just auch eine andere Seite, fernab von bunter Farbe und urbanem Lifestyle hat, ist seit seiner letzten Fotoreportage „Letters from Aleppo“ klar. Fünf Tage lang reiste er mit dem befreundeten Fotografen Thomas Rasslow durch Syrien. Ein gefährliches Unterfangen, das auch mit Journalisten-Status höchst bedenklich war. Dennoch hat er es getan und nicht bereut. Richtig vorbereiten konnte er sich nicht, obwohl er für alles einen Plan hatte.

Aber wenn Krieg an der Tagesordnung ist, kann man nichts kalkulieren. Die Schüsse und das Leid der Menschen sind für eine Woche sein Wegbegleiter. Was er auf seiner Kamera festhält, entscheidet er nicht alleine, denn Rebellen hatten es sich schon mal zum Anlass genommen, Journalisten für die Zerstörung eines Krankenhauses verantwortlich zu machen.

Dennoch ist Just dicht dran an den Menschen: Er fotografiert Rebellen beim Gefecht, sieht wie gegen Menschenrechte verstoßen wird, erlebt Leid, Trauer und Hungersnot, die Menschen dort sterben lässt, wenn es keine Granate oder eine Bombe tut. In den kurzen Tagen seines Aufenthaltes besucht er auch eine Psychatrie. Die Menschen dort sind verlassen worden, ältere Männer und ein paar traumatisierte Kinder blieben zurück.Durch Publikationen in Magazinen und Interviews, die er nach seinem Aufenthalt in Syrien gab, ist die Idee entstanden erneut jene Klinik in Aleppo zu besuchen, um den Menschen dort zu helfen.

Unterstützt JUST mit seinem Crowd Founding Projekt

In seinem Crowd-Founding Projekt bittet er erst mal ums Spenden für eine ballistische Weste mit Helm und eine Kamera mit Videofunktion, um vor Ort die Zuständigkeiten sicher überprüfen zu können, die Lage zu dokumentieren und mit den daraus gewonnen Erkenntnissen eine noch größere Spendenaktion ins Leben zu rufen. Wird dieses Projekt getragen und es kommen im Rahmen seiner Kampagne weitere Gelder zusammen, werden diese zu 100% der Reise und der Klinik zu Gute kommen, ob mit Spenden für Nahrung, Medizin oder dem Versuch des Aufbaus von Strukturen zur längerfristigen Hilfe.

Man kann Just „Projekt“ schon mit wenig Geld unterstützen und erhält dafür Fotos, Briefe und Reportagen seine Reise oder auch einen persönlichen Besuch, bei dem er über die Lage in Syrien berichten wird.

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10. Juli 2013

About Author

Neo ist gut in drei Worten zu beschreiben: Blogger.Lover.RiotGirl. Ihr Herz hat sie in London verloren und in Hamburg wiedergefunden. Mit ihrem lauten Lachen steckt sie nicht nur zu neuen Abenteuern an, sondern nimmt das Leben mit dem gewissen Sinn für Humor ernst. Sie ist immer auf der Suche nach neuen Geschichten und Menschen, die wie sie voller Liebe zum Leben sind und zwischen den Zeilen zur Ruhe kommen. Widerstand ist ihr Lebensmotto! Frei fühlt sie sich auf Reisen und in kleinen, dreckigen Spelunken, in denen sie gerne Kurze kippt und versucht die Jukebox zu bedienen.


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