Kunst

Bill Perlmutter – Europe in the Fifties.Through a Soldier’s Lens

© Bill Perlmutter, Galerie Hilaneh von Kories [No image is to be copied, duplicated, modified or redistributed in whole or part without the prior written permission from photoselection GmbH. Fon: +49 40 4232010. mail@galeriehilanehvonkories.de]

Der Fotograf Bill Perlmutter – Europe in the Fifties. Through a Soldier’s Lens

Ein warmer, sonniger Freitag Nachmittag. Ich bin im Herzen Hamburgs, dem Viertel Altona unterwegs und suche meinen Weg zur Ausstellung „Europe in the Fifties. Through a Soldier s Lens“. Versteckt in einem schönen, alten Hinterhof finde ich die helle und moderne Galerie Hilaneh von Kories. Die Galerie liegt im zweiten Stock. Ich gehe die Treppe hinauf, öffne die schwere Eisentür, der helle Dielenboden knarzt angenehm und das innere des Galerieraumes ist kühl. Ruhe kommt mir entgegen. Dort sind sie auch schon: Die wunderbaren schwarz-weiß Fotografien des Fotografen Bill Perlmutters.

Sommer 1955. Wild schneidet ein vierjähriger Junge in Lederhosen Grimassen, die anderen beiden kleinen Protagonisten eifern ihm nach, verrenken ihre Mimik wie kleine Derwische und zeigen nicht nur Zunge, sondern auch ihre gute Laune. Am Ende der Straße an der die kleine Bande lauert, parkt ein VW Käfer, und Menschen fahren in aller Gemütlichkeit Fahrrad. Der Blick des Fotografen Bill Perlmutters auf das Europa der Nachkriegszeit ist unmittelbar und direkt. Die Fotografien zeigen eine wunderbar persönliche Perspektive auf die Nachkriegszeit und ihre Menschen darin.

Die Galerie Hilaneh von Kories präsentiert mit diesen Bildern die Werke des New Yorker Auftragsfotografen Bill Perlmutter der GI war in US-Armee der Fünfziger.

„Europe in the Fifties. Through a Soldier s Lens“ zeigt eine Auswahl seiner Reisen quer durch Europa. Nur mit geringen Vorkenntnissen und mit eher filmisch vermittelten (Vor-) Urteilen startete der junge GI 1954 seine fotografischen Reportagen. In auffälliger Weise stehen von Anfang an die Menschen im Mittelpunkt Perlmutters Fotografien: Dorfbewohner die Panzerfahrern zuwinken, eine alternde Dame vor einem Postkartenstand in Paris, ein Italiener, der mit seiner dunklen Brille an die Blues Brothers erinnert oder ein vermeintliches Hitler-Double in der Münchner Innenstadt. Mit offenem Blick und sichtbarem Interesse für seine Zeitgenossen sieht und erlebt Perlmutter Europa knapp zehn Jahre nach Kriegsende und zeigt durch seine Momentaufnahmen die kulturellen Besonderheiten seiner europäischen Zeitgenossen auf.

Egal welches Bild man betrachtet, der klare Blick auf die Kulturen und das Lächeln das die Protagonisten dem Fotografen schenkten, bleiben die einprägsamsten Merkmale dieser Momentaufnahmen. Geradezu poetisch sind die intime Einblicke, in oft losgelöste, vertraute Situationen, an denen Perlmutter, ohne zu stören, als Beobachter teilnimmt.Die auf den Bildern zu sehenden Menschen sind voller Lebensfreude und Humor und ihre Augen sprechen eine gemeinsame Sprache.Den alten Menschen steht das Erlebte ins Gesicht geschrieben, aber auch die Freude den Krieg überstanden zu haben und das Hier und Jetzt genießen zu können.

Open Wide, Germany, 1955

Die Kinder strahlen Optimismus und Lebensfreude aus, sind sie doch alle in der Nachkriegszeit geboren und haben von dem Schrecken nichts mitbekommen.
Auf den Fotografien des GIS‘ sind vor allem alltägliche Situationen zu sehen: Ein Metzger mittleren Alters, der vor seinem Laden frischgeschlachtet Hühner aufhängt, Ukulele spielende Senioren, lächelnde portugiesische Mädchen in Trachtenkleidern, die alle um sich herum vergessen und sich ganz aufs Kind sein konzentrieren. Obgleich die Bilder in schwarz weiß sind, hat man das Gefühl man sieht die Farben der auf den Fotografien gezeigten Kulturen, weil die Charaktere der Protagonisten mit Nähe bestechen und faszinieren.

Rund sechzig Jahre nach ihrem Entstehen zeigen die Aufnahmen das Gespür des Fotografen für den besonderen Moment. So wird jedes einzelne Motiv ein lebendiges Mosaiksteinchen der Erinnerung, das sehr genau über die damalige Zeit, aber auch über sehr persönliche Begegnungen berichtet. Durch diese intuitive Fähigkeit des Fotografen wirken seine Bilder allerdings über den historischen Moment hinaus, lassen sein Werk bis heute als höchst lebendig und sehenswert erscheinen.

Mein Fazit zu „Europe in the 50s Europe in the Fifties. Through a Soldier s Lens“: Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. –sagte der französische Fotograf Henri Cartier-Bresson. So ist es mir auch bei den Bildern Bill Perlmutters ergangen. Absolut sehenswert!

Die Ausstellung ist noch bis zum 15. August  2013 in der Galerie Hilaneh von Kories in Hamburg-Altoma zu sehen.

 

2. Juli 2013

About Author

Neo ist gut in drei Worten zu beschreiben: Blogger.Lover.RiotGirl. Ihr Herz hat sie in London verloren und in Hamburg wiedergefunden. Mit ihrem lauten Lachen steckt sie nicht nur zu neuen Abenteuern an, sondern nimmt das Leben mit dem gewissen Sinn für Humor ernst. Sie ist immer auf der Suche nach neuen Geschichten und Menschen, die wie sie voller Liebe zum Leben sind und zwischen den Zeilen zur Ruhe kommen. Widerstand ist ihr Lebensmotto! Frei fühlt sie sich auf Reisen und in kleinen, dreckigen Spelunken, in denen sie gerne Kurze kippt und versucht die Jukebox zu bedienen.


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