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Liebe, Sex und Hedonismus. Die neue Lust sich nicht entscheiden zu müssen.Teil 1

Be Wild! Be Free! Junge Hedonisten im Interview

In den 60er Jahren fand die so genannte Freie Liebe ihren Ursprung. Kommunen propagandierten die Freie Liebe. Menschen wollten herausfinden, was sie durch den Krieg und die nachfolgende Erziehung verpasst hatten. Und dann kam Sex Sex Sex! Und bis heute die große Frage: Alles kann – nichts muss? Aber wo stehen wir im 21. Jahrhundert? Gibt es den Einen, perfekten Partner und brauchen wir Diesen überhaupt? Oder ist das nur konservativer Egoismus der uns anerzogen wurde? Manche folgen alten Normen, wie der zweier Beziehung und scheitern. Andere leben als Single glücklich und frönen dem hedonistischen Leben. Wiederum andere zerbrechen daran. Denn „alles kann nichts muss“ ist manchmal ein Chaos an Vielfältigkeit. Ich habe mich mit jungen Hedonisten getroffen, für die Liebe und Sex mehr als eine reine Hülle ist und sie dennoch das Extreme suchen. Heute mit Lea (24) aus Hamburg.

Das Mädchen das die Sehnsucht liebt

Beschreibe dich in wenigen Worten Ich bin ein gegensätzlicher Mensch. Ich bin emotional, manchmal zu emotional! Ich habe, glaube ich, mehr Freude und mehr Höhen als andere Menschen, aber auch mehr Tiefen. An sich bin ich hauptsächlich ein sehr sehr herzlicher Mensch, kann aber auch recht introvertiert sein. Auf der anderen Seite muss ich sagen, ist es immer sehr schwierig, mich zu beschreiben. Ich bin immer schwarz oder weiß! Ich liebe Menschen mit Haut und Haar. Vom ersten Moment an! Und dann bin ich auch loyal bis in die Fußspitze. Oder aber ich kann mit jemandem überhaupt nicht, dann wiederum kann ich es aber auch nicht verbergen.

Wann hattest du deine erste Beziehung und wie war das? Also meine erste Beziehung hatte ich mit 13 und das war aufregend und beschämend zugleich. Ich fand es schrecklich vor meinen Eltern damals. Letztendlich war es wahrscheinlich etwas, das mich sehr geprägt hat. Mein erster Freund ist bei einem Autounfall gestorben, insofern ist das immer ein kleiner wunder Punkt. Es war zwar keine lange Beziehung,  denn es waren allerhöchstens drei Monate. Ich war 13 und er 16, als er mit mehreren Insassen in einem Auto verunglückte. Disko-Tot. Damals war das ein riesen Schock. Es war eine Geschichte, die mich sehr mitgenommen hat, dennoch war es wunderschön, das erste Mal verliebt zu sein.

Liebst du Männer oder auch Frauen? Beide auf ihre Art und Weise. Ich habe beide Geschlechter mit ihren Vorteilen, sowohl als mit ihren Nachteilen kennengelernt.

Wo ist der Unterschied? Also ich hatte sowohl eine Beziehung mit einer Frau, als auch mit einem Mann und habe in den Jahren beide lieben gelernt. Bei Männern fühle ich mich geborgener. Bei Frauen fühle ich mich meistens verstandener und zärtlicher aufgehoben. Mehr so ein : „Wir beide gegen den Rest der Welt!“ Mit Männer habe ich eher ein „Wir sind zu Hause. Ich bin geborgen“ Ich kann in den Armen liegen, ich werde beschützt.  Das habe ich bei Frauen nicht. Aber Probleme hatte ich mit beiden Geschlechtern ( lacht). Im Endeffekt macht es den Menschen aus und nicht ob Frau oder Mann.

Aber es gibt doch auch Frauen, die einem Rückhalt geben und dich in den Arm nehmen und sagen „So. Hör mal zu. Jetzt bin ich die Starke.  Jetzt bin ich da für dich.“ Darauf bezieht es sich eigentlich gar nicht. Das ist bei mir eigentlich so ein allgemeines Grundgefühl. Bei einem Mann an der Schulter zu liegen, ist für mich einfach geborgener und dafür ist es aber bei einer Frau viel zärtlicher. Ich kann es nicht besser beschreiben.

Was denkst du über One Night Stands? Übrigens ein echt altes Wort. Ziemlich 90er! „Hey hast du Lust auf Petting?“ Ja! Genau DAS fehlte jetzt auch noch! Also ich hatte sicherlich schon One-Night-Stands. schon mehrere. Dennoch haben diese sich bei mir meist durch Alkohol ergeben und waren dementsprechend nicht so erquickend. Es kann einen gewissen Reiz haben, aber am anderen Morgen zu gehen ohne ein Wort.

Was für ein Reiz ist das? Nun. So eine Nacht hat eben was befremdliches. Etwas animalisches. Man lernt sich kennen, ist sich fremd und dann ergibt sich das. Man ist also gar nicht daran interessiert dem anderen Menschen wirklich zu „begegnen“.  Das hat schon was : „Ich brauch Sex! Ich will das jetzt.“ Und am nächsten Morgen ist es mir egal. Ich gehe. Ich finde aber, das zeugt aber auch von Verletzlichkeit. Ich hatte dann schon Tage wo ich dachte: „Nun Kuscheln wäre ganz nett gewesen. Wenn ich ehrlich zu mir bin, sehne ich mich nach etwas Anderem. Ich denke, unterm Strich kommt es vor allem auf die eigene Verfassung an, ob ein One-Night-Stand gut ist oder nicht. Vor allem: gut für einen selbst.

Wie kamst du zum Sexdating ? Ich glaube, es war eine Mischung aus Neugier und Langweile. Ich habe immer schon einen ausgeprägten Sexualtrieb gehabt, auch in jüngeren Jahren. Das hat sich so einfach mit der Zeit ergeben. Ich habe irgendwann mal als ich 14 oder 15 war „Erotikchats“ entdeckt und fand das total spannend, was die Leute da so von sich geben. Als ich dann 17 war, habe ich durch eine Freundin von verschiedenen Communities erfahren. Ich dachte „Ach das kann man sich doch mal antun“ – ich war zwar zu der Zeit in einer festen Beziehung, aber fand die Sache an sich einfach wahnsinnig spannend. Dann  habe ich vorgegeben 18 zu sein und mich angemeldet.

Was waren das  für Eindrücke für dich, wenn du mit 17 Jahren auf einer Sexcommunity bist und dir wahrscheinlich dementsprechend viele Männer geschrieben haben weil du sehr jung und hübsch warst? Ich glaube, das war einfach so eine Art Reiz und Flucht zugleich. Ich habe eine Banklehre gemacht, die ich nie machen wollte. Ich habe auf dem Dorf gewohnt, wo ich nie aufwachsen wollte. Und das Neue das war spannend! Ich bin ein sehr selbstkritischer Mensch und es wäre gelogen zu sagen, dass diese Art der Selbstdarstellung nicht auch mein Selbstwertgefühl gestärkt hat. Obwohl es ja ganz klar auf etwas ganz anderes reduziert. Nämlich Sex! Äußerlichkeiten! Aber es war ein schönes Gefühl endlich mal ein Feedback zu bekommen. Ich habe ganz Vielen einfach nicht geantwortet, sondern  nur gelesen was mir dort geschrieben wurde.

Rein sexuell gesehen: Was hat es in dir ausgelöst oder was hast du dir erhofft? Es hatte ja für mich am Anfang mehr dieses Verbotene. Ich hatte ja einen Freund und war minderjährig. Diese Resonanz hat in mir die Lust geweckt es weiter auszureizen, aber dann ist es quasi so gelaufen, dass mein Chef, den ich zu dieser Zeit hatte, mein Profil entdeckt hat!

Was ist  das für eine Story? Also ich war damals etwas naiver. Ich hatte zwar keine direkten Gesichtsbilder drin, aber ich hatte ein Porträtfoto auf meinem Profil hochgeladen, bei dem ich mit Paint einen schwarzen Balken über meine Augen gemalt hatte (….) Und zu allem Überfluss hatte ich damals in meinem Profil drin stehen, das ich eloquente Männer mag. Und eines Tages kam ich dann in diese Dorffiliale meiner Arbeitsstelle, mein Chef rief mich direkt in sein Büro und sagte eben: „Guten Morgen Frau Bach. Was bedeutet denn das Wort eloquent?“

Dann ist mir total heiß geworden. Er wiederum fragte nochmal nach: „Nun Frau Bach,  was bedeutet das denn nun?“ Worauf ich nur panisch entgegnete: „In welchem Zusammenhang denn?“ Er ließ nicht locker und meinte, dass es um keinen bestimmten Zusammenhang ging, sondern nur um die Erklärung an sich. Und ich ahnte zu diesem Zeitpunkt bereits, das er mich eben erkannt hat und bescheid wusste.

Ich hab ihm dann noch total neunmal klug auf Latein versucht zu erklären, welche Bedeutung das Wort hat und habe gestichelt, in welchem Satz er das denn gerne hätte. Aber er ist ganz cool geblieben und hat mich einfach wieder an meinen Arbeitsplatz geschickt. Damals war ich noch in der Probezeit und in der Mittagspause schob er mir dann meine eigenen Brüste über den Tisch, als Ausdruck. Das war dann der Moment, in dem ich mich sofort wieder bei dieser Community abgemeldet habe.

Hard Times! Damit hatte er seine Rolle als Chef ja großzügig überschritten. Nun ja, also er hat dies irgendwie auf eine sympathische Art und Weise gemacht. Es war nicht so, dass es einen ekligen oder aufdringlichen Charakter hatte.

Aha. Bei mir entsteht nun der Eindruck, dass du deinen Chef attraktiv fandest? Nein, und ich hatte auch nie etwas mit ihm. Also er war zum Beispiel auch dieser erste Kontakt zu dieser SM Szene. Also er hat das schon bei mir versucht, durch direkte Gespräch zu dem Thema oder Fragen. Und wieder fand ich es spannend! Weil ich ja nun jemanden aus diesem Portal live und in echt vor mir sitzen hatte, obwohl ich ja eigentlich nicht meinen Chef vor mir sitzen haben wollte. Ich fande ihn ja nicht mal anziehend mit lichtem Haar. Mitte dreißig, verheiratet, was auch noch dazu kam!

Hat er aktiv versucht dich in sein Bett zu bekommen? Nein, das hat er nicht. Ich war auch nur noch kurze Zeit dort, bis ich gewechselt habe. Dennoch haben wir uns jeden Tag gesehen und es war eine komische Situation. Er hat mir dann irgendwann ein Buch in mein Postfach gepackt, so ein SM Buch, weil ich eben erzählt habe, das es mich interessiert.
Er hatte mir dann ein „Post -It“ darauf geklebt, mit dem Hinweis, ich solle markieren, was mir besonders gefällt in diesem Buch. Und es ihm wieder zurückgeben. Das Buch habe ich heute noch. Zuletzt habe ich ihn auf einer Fetisch Party in Latex Uniform getroffen. Das war dann wieder ganz witzig.

Kannst du mir ein paar verrückte Stories über schreckliche Sexdates erzählen ? Na klar! Das Schlimmste was ich in der Richtung hatte, war, kurz danach  als ich wieder Single war. Damals hatte ich ziemlich starke Sehnsüchte nach dem „Devoten und Dominanten“. Ich hatte damals  einen „Herrn“ auf dieser Community kennengelernt, mit dem ich zu der Zeit sehr viel geschrieben hatte und irgendwann auch telefoniert habe.

Das wurde dann immer mehr und immer mehr. Irgendwann sagten wir dann, das es an der Zeit sei, sich zu treffen. Jedoch hatte ich schon ein ungutes Gefühl, aber es hat nicht dazu gereicht alles abzusagen. Meine Neugier war einfach stärker als dieses: „Mh. Vielleicht ist er nicht dein Typ – Gefühl.“ Ich hatte zwar Fotos von ihm gesehen, aber es ist immer noch etwas anderes, einen Menschen live und in echt zu begegnen. Er hatte mir dann gewisse „Aufgaben“ gestellt und wir haben uns in einem Hotel getroffen.

Was für Aufgaben waren das? Er hatte mir eben aufgetragen, dass ich einen knielangen Rock anziehe, keine Unterwäsche, Strapse…

Schon ganz schön Klischee oder? Ja, genau. Ich kniete dann also vor seiner Hoteltür und habe dagegen geklopft. Ich hatte mir zuvor die Augen verbunden. Ein wenig später in seinem Zimmer wollte er mir ein Glas Wein geben, aber dann habe ich ihn durch den Schlitz meiner Augenbinde gesehen und dachte nur: „Ach du scheiße! Oh Nein, das will ich nicht! Ich will gar nicht mehr!“

Was hast du da gesehen? Einen Menschen, den ich im normalen Leben zu keiner Zeit und in keinster Weise angesprochen hätte! Ich hatte das Gefühl, ich hatte einen Mittdreißiger Familienvater vor mir. Er war  nicht verheiratet gar nichts. Aber er hat mich allein von der Kleidung an meinen Papa erinnert.

Das war so ein Moment, wo ich sofort aufhören musste und meine innere Stimme mir gesagt hast: „DU MUSST HIER RAUS! Tschüss! Bleib du mal in deinem teuren Hotelzimmer sitzen – ohne Befriedigung. Ich gehe! “ Ja und dann bin ich auf den Kiez und habe mich erst mal besoffen. Ohne Slip.

Was war dein schönstes Erlebnis? Mein schönstes Erlebnis zu diesem Thema hat sich eigentlich ganz komisch ergeben. Und zwar war ich auf dem „Bi-Frauen“ Treffen“ in einem Swingerclub, inden ich eigentlich gar nicht  wollte. Also: Ich habe irgendwann mal in dieser Neugier auf Hamburg angefangen, mir Swingerclubs anzuschauen, um dann im Endeffekt   festzustellen, dass dies nicht ist was ich mag. Das ist mir einfach zu platt. Es hatte am Anfang wieder den Reiz des Neuen,  aber unterm Strich ist es einfach nur plump.

In welcher Hinsicht? Plump. Unattraktiv. Langweilig. So würde ich es beschreiben. Damals hatte ich also eine Affäre mit jemanden und dieser Mann hatte wiederum eine Ex-Freundin, mit der ich anfing Emails zu schreiben. Und uns beide verband der gemeinsame Hass gegen diesen Menschen und sie hat mich dann also um an den Anfang zurückzukehren, zu diesem „Bi -Frauen“ Treffen in den Swinger Club eingeladen.

Dann bin ich sehr unsicher dort hingefahren, da der Rest sich gut untereinander kannten. Ich war die Neue.. Das war der Abend, an dem ich Madlen kennengelernt habe. Das war das schönste Sexdate in dem Sinne, was ich je hatte! Ich kam in den Raum rein und habe sie gesehen. Es war dann im Nachhinein kein Sexdate mehr, weil sich viel mehr ergeben hat. Als ich sie sah, war es wie Liebe auf den ersten Blick!

Und wir beide, Madlen und ich, hatten irgendwo auf einer schrecklichen Matratze vom Swingerclub den tollsten, zärtlichsten Sex den ich in meinem Leben je hatte. Ich bin dann abends mit zu ihr in ihre Wohnung. Wir sind zusammen eingeschlafen und es war irgendwie rund. Das war vom schrecklichen Swingerclub Abend hin zu einer wirklich großen Liebe

Was verbindest du mit dem Wort Fetischismus? Ich denke, an sich hat jeder irgendwie einen Fetisch. Einige leben das aus, andere nicht. Auch ich habe meine Fetische. Es gibt da extreme Varianten im Internet, bei denen ich denke: „Oh mein Gott!“ Lack, Leder, Latex ist zum Beispiel gar nicht meines. Aber jedem das seine.

Was macht dich so richtig an. Worauf stehst du? Als erstes ist wichtig zu sagen, dass mich irgendwas an der Persönlichkeit, dem Menschen reizen muss. Es ist die Art und Weise wie man sich unterhält, wie sich Jemand gibt, das ist schon mal der erste Reiz. Außerdem ist es für mich ganz klar: Ich mag irgendwie diese Spiel aus Überlegenheit und Unterlegenheit und ich teste gerne Grenzen. Ich kann schlecht meinen Mund halten und Dinge verbergen. Ich mag es provokant Themen aufzubringen, einen Schritt zu weit zu gehen und zu schauen, wie der andere Part reagiert.

Ich mag Knutschen, Schläge. Das ist immer ganz unterschiedlich und kommt auf die Situation an. Wie es sich ergibt. Ich mag Menschen, die mir dabei zusehen. Letztendlich mag ich es mit meinem Gegenüber auf einer Wellenlänge zu sein. Es muss einfach klicken, was es selten tut. Es muss einfach die Chemie stimmen, so abgedroschen es klingen mag. Dann sind es Dinge die mich reizen wie ausgeliefert sein. Gefesselt zu werden, genommen werden. Eigentlich will doch jede Frau genommen werden. Zumindest ab und zu mal. Oder?

Ich mag dieses Röckchen hoch und los geht’s! Ich mag auch mal, wenn er mir ins Gesicht schlägt oder fest an meinen Haaren zieht, wenn ich würgen muss oder wenn ich weine. Intime Momente, bei denen man merkt, man ist an einer Grenze. Ich bin schon eine Masochistin. Ich habe zum Beispiel wahnsinnige Angst vorm Impfen und konnte mir nie vorstellen, dass ich Nadeln großartig finden könnte! Irgendwann habe ich mal einen Mann kennengelernt, der mir beim Sex während er mir in die Augen geschaut hat, eine Nadel durch die Brustwarze geschoben hat. Und: Es war der absolute Hammer! Das klingt jetzt total kitschig, aber ich habe geweint weil es so intensiv war. Natürlich hat es weh getan, aber es war ein unglaublicher Moment zu spüren, wie er mich fickt und diese Dinge mit mir tut.

Was hast du in deinem Leben schon ausprobiert? Frivoles Ausgehen bis hin zu meinem persönlichem Fetisch für Corsetts, Gangbangs und Fetisch Parties. Ich habe dann am Ende versucht damit Geld zu verdienen.

Das bedeutet…? Madlen und ich haben als Escort´s Geld zusammen verdient.Im Rahmen unserer Beziehung und aus einer gewissen Geldnot heraus, haben wir uns dann überlegt wenn wir uns eh so oft ausleben und so intensiv leben, warum sollen wir nicht auch Geld damit machen und uns die Männer aussuchen? Wenn man selber sagen kann: Ja oder nein.Und das war eine wahnsinnig intensive Zeit. Also ich habe schon viel ausprobiert und heute bin ich eine ganz normale junge kaufmännische Angestellte, die mit ihrem festen Freund in einer gemeinsamen Wohnung wohnt und ab und an mal auf Fetisch Parties geht. Ich würde ganz viel von früher nie wieder machen, es war gut, dass ich es getan habe. Ich will immer wissen wie die Dinge sind und oft sind sie dann gar nicht so spektakulär wie ich sie mir vorgestellt habe.

Wo siehst du die Probleme in der Fetisch Szene? Das hat schnell so einen Abklatsch. Am Anfang ist alles neu und wahnsinnig aufregend. Man denkt, alle Menschen dort sind so unheimlich individuell unterwegs. Wir sind etwas Besonderes. Wir feiern hier!  Wir zelebrieren was!  Im Endeffekt, umso länger man die Szene kennt, umso abgedroschener ist es eigentlich. Umso schwieriger ist es eigentlich, einen besonderen Moment zu finden, man trifft immer wieder die gleichen Menschen und dadurch verliert es seinen Reiz. Außerdem gibt es viel zu viele Schematas, nach denen die Leute vorgehen.

Was macht dir Angst oder vor was hast du Respekt? Spinnen machen mir Angst!(lacht) Ich habe  außerdem Angst vor ganz vielen neuen Menschen, die sich am besten noch alle untereinander kennen, da kann ich sehr introvertiert sein. Ich war dennoch auf einem Gangbang, aber da muss ich ja nicht reden.

Wie siehst du deine Rolle als Frau im Kontext zum Sexdating? Gibt es da Vorurteile, Stigmatisierungen oder sind wir wirklich im modernen, liberalen Zeitalter angekommen? Als Frau hat man es beim Sexdating viel leichter. Man bekommt viele Zuschriften. Es gibt schon noch dieses alte Rollenschema, dass die Männer die Frauen anschreiben. Natürlich habe ich auch mal einen Mann angeschrieben, aber vom Prinzip her, ist das so. Als Mann muss man daher einfach aktiver sein. Nun, wie sehe ich meine Rolle als Frau? Im Berufsleben muss ich mich viel durchsetzen und tue das auch gerne. Aber sexuell gesehen, bin ich gerne Frau, bin gerne devot, aber ich lasse mich nicht gerne unterwerfen im Sinne von „unterbuttern.“.

Was liebst du am Leben? Ich liebe Eiscreme und Rotwein. Ich bin wahnsinnig gerne auf Reisen, ich würde gerne jeden Tag meinen Job kündigen und mir ein „Arround the World“ Ticket für 5000 Euro kaufen und die nächsten zwei Jahre verschwinden. Ich liebe Luft, die nach Regen riecht, aber ohne Sommer gehe ich kaputt. Ich möchte mich einfach lebendig fühlen.

Was wünschst du dir? Eine lange, große Reise durch ganz verschiedene Länder. Ich wünsche mir mehr Zeit.

Danke für dein Vertrauen.

 

1. Juni 2017

About Author

Neo ist gut in drei Worten zu beschreiben: Blogger.Lover.RiotGirl. Ihr Herz hat sie in London verloren und in Hamburg wiedergefunden. Mit ihrem lauten Lachen steckt sie nicht nur zu neuen Abenteuern an, sondern nimmt das Leben mit dem gewissen Sinn für Humor ernst. Sie ist immer auf der Suche nach neuen Geschichten und Menschen, die wie sie voller Liebe zum Leben sind und zwischen den Zeilen zur Ruhe kommen. Widerstand ist ihr Lebensmotto! Frei fühlt sie sich auf Reisen und in kleinen, dreckigen Spelunken, in denen sie gerne Kurze kippt und versucht die Jukebox zu bedienen.


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