Interview

Deutschrap Legende Curse im Interview – Veränderung heißt Leben

Curse live - 7 Jahre Grossstatttraum

Curse live in Hamburg – Der Rap Poet ist zurück

Charismatisch, ehrlich und unique. Curse – ein Name der sich einbrennt wie eine Liedzeile, die man nie mehr vergisst. Schon immer offenbart der scharfsinnige Rapper in seinen Texten tiefsinnige Einblicke in menschliche Abgründe, Träume und Hoffnungen. Sein Thema ist die Freiheit, die er in all seinen Alben sucht und immer wieder thematisiert: „Freiheit kann man nicht eingrenzen – Freiheit muss man ausatmen.“ Fehler gehören für Ihn zum Leben dazu, genauso wie Mut und Entscheidungen zu treffen, egal wie weh diese tun.

Seine Lebensentscheidung Nummer eins ist und bleibt der Hip Hop. Einen Plan B gibt es nicht. Darum geht er als Jugendlicher nach Amerika, natürlich nach New York. Dort lernt er im legendären Plattenladen Fat Beats Records in Brooklyn Ill Bill von Non Phixion kennen, El-P von Company Flow und Proffessor Large. Curse rappt dort bei Fat Beats oder auf Veranstaltungen der Zulu Nation.

3 Jahre später bringt der Rap Poet sein erstes Album Feuerwasser auf den deutschen Markt. Es wird zum Dauerbrenner. Seine Songs stillen die Sehnsüchte einer ganzen Rap – Generation. Die Szene ist geflasht, er bekommt Respekt und jede Menge Fans. Seitdem ist viel passiert. Curse rappt gemeinsam mit Cora E, Ferris Mc, Samy Deluxe oder GZA vom Wu-Tang-Clan. Curse produziert 6 Studio-und jede Menge Remixalben, die aus den deutschen Plattenläden nicht mehr wegzudenken sind. Der Songwriter füllt seine Alben mit gerappten Geschichten über Menschen, denen das Schicksal übel mitspielt und verarbeitet seine eigenen Gedanken, die sich immer wieder darum drehen, wie man die Welt verbessern kann.

„Was für ein großes Gefühl, was für große Erwartungen, die ich fühl‘. Was für große Verantwortung, was für eine große Bürde zu beschreiben, was für mich Freiheit heißt.“

Die Fans lieben seine Ehrlichkeit, doch es wird auch immer wieder Kritik seitens der Szene geübt. Seine deepen Raps und gefühlstbetonten Songs, die oft auch speziell die Beziehung zu seiner Ex Freundin thematisieren, werden ihm von dem harten Kern der Rap Szene als Schwäche ausgelegt. Denn im Business geht es doch oft darum zu beweisen, wer der Beste und Härteste ist. Doch Curse bleibt authentisch. Und dafür lieben wir ihn. Er plädiert dafür, dass wahre Stärke im Schwäche zeigen liegt.

Seine Alben wie Innere Sicherheit und Freiheit lassen den aufmerksamen Hörer in unterschiedlichste Gefühlswelten abtauchen und geben Lebenstips für schwierige Zeiten. Ob Wut, Hoffnung, Liebe und Verzweiflung – Curse durchlebt in seinen Songs alle Schattierungen des Lebens. Nach dem Album Freiheit, das 2008 erscheint wird es ruhig um Curse. Er findet Inspiration in vielen kleinen neuen Projekten, geht erneut auf die eigene Sinnsuche und seine Fans hoffen ganze sechs Jahre auf eine neue Platte. 2014 erscheint das aktuelle Album „UNS“ mit völlig neuem Style. Die Texte sind minimiert, dafür sind die Gefühle die er transportiert maximiert. Auf Konzerten bejubelt das Publikum ihn frenetisch und Fan-Chöre rufen „Curse ist zurück“.

Neues Album, neue Konzerte und jede Menge Curse. Aber was wäre eine neue Platte ohne persönliche Worte ? Das dachten wir uns auch und wollten unbedingt mit Curse über seinen Imagewechsel, seine Pause und Neuanfänge sprechen. Unser Co-Blogger Basse hat gefragt und Curse hat geantwortet. Ein persönliches Interview.

Rap Poet Curse im Interview mit dem ThreeWords.Magazine

Vor zwei Jahren kam dein Album „UNS“ heraus und du hast dein Image abrupt gewechselt. Wie betrachtest du das im Nachhinein? War es überhaupt ein Imagewechsel oder eher die Konzentration auf wesentliche Themen deiner Musik?

Für mich war das absolut kein „Imagewechsel“: Ich stand vorher für persönliche Themen und spezielle Sprache, und das „UNS“ Album war voller persönlicher Themen und spezieller Sprache.Was sich verändert hat ist der Stil der Musik. Doch das ist normal. Ich bin immer von dem beeinflusst, was ich gerade gern höre. Und mit 6 Jahren zwischen den Alben höre ich natürlich andere Musik im Jahr 2014 als im Jahr 2008.

Was würdest du Menschen raten die mit dem was sie bisher gemacht haben nicht mehr zufrieden sind und einen totalen Bruch oder Neuanfang planen? Ist es überhaupt ratsam mit Allem und Allen gleichzeitig zu brechen?

Das kommt sehr darauf an. Ich würde dazu raten, sich die jetzige Situation genau zu betrachten: was ist es genau, was stört? Wenn man dann sagt: „..der Chef nervt!“, lohnt es sich, dahinter zu schauen – was ist das Bedürfnis, das dahinter liegt und nicht erfüllt wird? Was ist mir wichtig? Welche Werte möchte ich mehr leben? Dann kann es sein, daß nicht der riesen Umbruch das Richtige ist, sondern eine andere Art es „anders“ zu machen.

Die Stimmung auf deinen Konzerten ist sehr friedlich, und doch voller Energie. Man merkt dass du auf dein Publikum eingehen kannst, und die Stimmung lenkst. Wie nimmst du die Energie auf der Bühne wahr?

Ich liebe es, auf der Bühne zu sein. Am meisten natürlich, wenn die Verbindung zum Publikum sehr eng ist. Ich glaube, auf meine Konzerte kommen Leute, die lachen, weinen, ausflippen, tanzen und zugleich still sein wollen. Mich macht es richtig glücklich, daß die Leute bei den Shows einfach sie selbst sein können. Und außerdem bin ich ein krasser Rapper, da kommen also auch harte Skills aus den Boxen – das hilft.

Deine Alben sind für deine Fans ein Wechselbad der Gefühle. Powergeladenen Partytracks folgen gefühlsschwangeren Liebesschüren, bis hin zu Träumen von tiefsten Abgründen der Kindheit. Was waren in deinem Leben die größten Herausforderungen, die dich zu dem Menschen gemacht haben, der du heute bist?

Die größte Herausforderung war und bleibt, in dieser Welt voller Unvorhersehbarkeit und Wandel zu navigieren. Mich selbst immer zu ändern, mit den Dingen zu wachsen und nicht so hart zu mir selbst zu sein, wenn mal etwas nicht so klappt wie ich es mir vorgestellt habe. Die größte Herausforderung im Leben ist das Leben selbst.

Wie entspannst du? Mit Musik, in der Natur und mit einigen buddhistischen Übungen.

Deine Fans haben in deiner Pause immer wieder an deinen Texten festgehalten. Und du hast versprochen, dass du niemals aufhörst. NIEMALS. Hast du während der Pause auch mal an uns  gedacht?

Ich glaube, ich würde meine Fans viel mehr enttäuschen, wenn ich etwas tun würde, von dem ich nicht überzeugt bin. Wenn ich Rappen würde, obwohl ich es nicht fühle, nur um andere nicht zu enttäuschen – das würde man spüren! Zum Glück macht es mir zur Zeit riesen Spaß, Musik zu machen.

Raplegende Curse im Interview

Ich persönlich reagiere auf deine Alben sehr emotional. Der Beat fängt an, und sofort fühle ich meine Emotionen so tief wie sonst selten. Ich höre zu und erkenne mich wieder. Was fühlst du wenn du nach Hinten blickst und hörst, was Vergangenheit geworden ist?

Alle meine Songs sind Momentaufnahmen von mir. Das ist, wie ein altes Fotoalbum anzuschauen. Manches begeistert mich, manches mal denke ich „Was, das bist du!!??“, manches ist mir etwas peinlich… aber alles hat zum heutigen Tag, zum heutigen „ich“ geführt. Aber ich höre meine eigene Musik privat nur sehr, sehr selten.

Ich bin Vegetarier aus Überzeugung. Hast du einen Geheimtipp für nen leckeren Salat?

Das freut mich zu hören! Ein Rezept vom Dorf in Südfrankreich, in dem meine Großeltern gewohnt haben: Brate Zucchini und etwas Fenchel in Würfeln kurz an mit ganz wenig Öl. Würfele Tomaten, tu sie zu Zucchini und Fenchel in eine Schale. So hast Du kalte Tomaten und warmes Gemüse. Dann brätst du 2 Spiegeleier, daß das Eigelb noch fließt, und legst sie darüber. Würzen mit Pfeffer, Salz und Olivenöl – bei Wunsch Kräuter (oder Knoblauch schon in der Pfanne mit dem Gemüse). Fertig! Das Eigelb zerfließt beim umrühren mit dem Olivenöl und dem Saft der Tomaten – ein lauwarmer Salat, bei dem alles geht!

Die Rap-Szene in Deutschland hat sich in den letzten 15 Jahren stark verändert. Ich bin mit Freundeskreis, Blumentopf, den Beginnern, Sammy und Dir aufgewachsen. Heute scheint sich alles mehr um Themen wie Autos, Drogen und „Wer lebt im gefährlichsten Ghetto“ zu drehen. War das ein Grund für dich deinen Style zu ändern? Weg vom Rap-Business? Denkst du man kommt an die Kids heutzutage mit Gangsterrap besser ran weil sie sich damit identifizieren können oder wollen?

Rap kommt und geht immer in Zyklen. 1999 kamen wir, 2004 kam Aggro, 2009 kam Casper, jetzt kommt etwas Neues. Ich finde, daß deutscher Rap zur Zeit sehr breit gefächert ist. Ich mag das gerade eigentlich sehr.

Wie wird dein neues Album? Back to the Roots? Oder ein Schritt nach vorne? Das finde ich selber gerade heraus!

Ich bin ein riesen Fan von Dir und habe mich sehr gefreut mehr über dich und deine Gedanken zu erfahren. Daher: Danke! Zu guter Letzt möchte ich dich noch bitten spontan ein paar Zeilen für uns zu rhymen, die uns ein bisschen „Curse“ Herzblut mit auf den Weg geben…

Mir ist egal wie viel du raffst in nem Jahr – solang Du hast, was Du brauchst und machst, was Du glaubst, ist alles klar. Mir ist egal wie viel Du weißt und welcher Meister Dein Lehrer war, welcher Kaiser Dein Herrscher ist, wenn Du weißt, wer Du selber bist.

Curse Live | 22.7 .2016|  7 Jahre Grossstatttraum |Übel&Gefährlich |Hamburg |Doors Open: 20Uhr | Artists: Curse, Mc Rene Main Concept, Johnny Rakete | Aftershowparty: Betty Ford Boys & Dj Direction |

20. Juli 2016

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