Kultur, Musik

Sion Hill – Start a Revolution!

Let’s move to the Beaches with Sion Hill.

Er ist der Newcomer 2017, performte mit Pete Doherty und wird vom berühmten Indie Label Clouds Hill produziert. Diesen Sommer führt kein Weg an Sion Hill vorbei. Wir haben mit ihm gesprochen, über das Fortgehen, seine musikalische Identität und über die Wahl der eigenen Freiheit.

Sommer in Hamburg. Die Abendsonne funkelt und blitzt so sehr, das ich meine Augen schließen muss. Auch um die ungewohnten Sonnenstrahlen zu genießen, festzuhalten und einzusaugen. Ich bin weit weit weg von der lärmenden Reeperbahn, mit all ihren Störgeräuschen. Rote Klinkerbauten und viel Himmel begrüßen mich, als ich beim Hamburger Tonstudio Clouds Hill ankomme, indem heute der Newcomer Sion Hill sein Showcase spielen wird. Es ist ein Abend unter Freunden, die man aber noch nicht kennt. Die Stimmung ist ausgelassen, Musicim and Cinelove haben eingeladen. Ich freue mich. Sehr sogar. Ich spüre, ohne pathtetisch zu sein, das dieser Abend etwas Besonderes wird. Auch, weil ich Nathan, alias Sion Hill bereits live gesehen habe. Bilder bespielen meinen Kopf, indenen er bei Pete Doherty in der Großen Freiheit, als Vorband performt. Mein Herz tanzt, auch weil es heute intimer wird. Persönlicher. Das liebe ich.

Nothing is wrong with Lovin‘ him.

Am heutigen Abend wird er in einem der Studios mit wenigen geladenen Gästen und einer Band spielen. Als wir oben ankommen sind wir nicht nur herzlich willkommen, sondern tauchen direkt ein, in Gespräche mit Musikern, den unterschiedlichsten kreativen Menschen, trinken Kühles an der Bar, und relaxen im hängenden Lounge Sessel der 70er Jahre. Das Who is Who der Clouds Hill „Freunde“ ist anwesend und die Fotobox macht aus Fremden schnell ein Ziel: Gemeinsam einen Abend zu verbringen, andem alle nur aus einem Grund gekommen sind: Sion Hill.

Die Bühne ist ein Wohnzimmer, mit Glühbirnengirlande und alten Vintagemöbeln. Stilsicher. Als Nathan, alias Sion Hill, in einem schicken Herr von Eden Anzug, die ersten Klänge spielt, wir dicht an dicht stehen, und das Konzert beginnt, geht die Sonne weiter unter und zeichnet die Siloutten der Bäume durch die offenen Fenster ab. Der Moment ist perfekt. Wir tanzen. Wir müssen tanzen. Wir lachen. Wir schauen uns an. Wir genießen.

Live, und ich ich muss es hier betonen, ist Sion Hill noch besser als jedes produzierte Video, das ich mit ihm x-fach gesehen habe. Er hat die Gabe und das Charisma, in wenigen Momenten aus allem was ihm zur Verfügung steht ein Ganzes zu machen. Er atmet mit uns, mit der Musik, mit dem Momemt. Als er er seine neue Single “ Beaches“ spielt, fehlt wirklich nur noch ein echter Strand; denn seine kleine Revolution ist bereits in unseren für Indie-Music schlagenden Herzen angekommen. Und wenn ich mich so umschaue, spreche ich auch für die anderen Gäste, die aus allen Teilen der Welt kommen und Hamburgs Vielfalt, Gemeinschaft und Begeisterung für Musik nicht besser präsentieren könnten. #oneworld

The Next Big Irish Musician!

Nathan wirkt ein wenig so, wie der junge Johnny Cash.  Unbeugsam, energetisch und idealistisch. Er trägt sein Herz auf der Zunge, was er uns an diesem gelungenen Abend in jedem seiner Songs beweist. Obwohl erst Anfang 20, weiss der junge Ire sehr genau, was er will und was er macht. E selbst bezeichnet seine Musik als Pop Musik. Ob dem so ist, muss jeder Zuhörer für sich entscheiden, denn seine Auftritte je nach dem ob Akkustik oder mit Band variiren. Was aber gesagt werden muss ist, das die Musik von Sion Hill eingängige, positive Musik auf die Bühne zaubert, das bereits am heutigen Abend viele Gäste seine Songs mitsingen. Als das Konzert vorbei ist, wird noch lange gefeiert. Nathan mischt sich unter seine Gäste, Künstler jammen, der Himmel hat sich mittlerweile lila gefärbt und wir genießen noch etwas Kühles, um diesen perfekten Abend ausklingen zu lassen. Mein verzaubertes Fazit: Lasst euch nichts erzählen, erlebt es selbst! Daher verpasst auf keinen Fall seinen nächsten Gig am 17. Juni 2017 auf dem Craft Beer Market Hamburg.

INTERVIEW

Der Moment in dem du von Irland nach Berlin gezogen bist, war eine große Veränderung in deinem Leben und deiner Kariere. Auch weil du einen Vetrag mit dem berühmten Indie Label „ Clouds Hill“ unterzeichnet hast. Abgesehen von deiner Familie, die deinen Entschluss fortzugehen mit Sorge gesehen haben, was hast du in Irland zurückgelassen? Und jetzt mal unter uns: Warum Berlin und nicht.. Hamburg??

Meinen Hund. Ich vermisse ihn so sehr. Er war unendlich traurig, als ich abreiste. Ich hasse es ihm das anzutun. Ich vermisse natürlich auch meine engsten Freunde, meine „ Glenstal Boys“, und meinen Bruder und meine Schwester. Natürlich war es eine einschneidende Erfahrung alles dort abzubrechen und fortzugehen. Aber es ist heutzutage so billig nach Irland zu reisen, alle zu besuchen, oder meine Liebsten zu mir zu holen. Warum Berlin? Ach komm – es geht natürlich um die Parties!

Du hast gemeinsam mit Pete Doherty einen fantastischen Gig’ in der Großen Freiheit gespielt. Ich habe das Konzert sehr genossen. Aber ich dachte auch: Nun, dieser Kerl’ spielte in solch’ charismatischen Irish Musik Bars, und jetzt bringt in diese Zeit in seinem Leben auf ein ganze anderes Level, in eine ganz andere Umgebung um zu performen. In diesem abwechselnden Kontrastprogram aus Intimen Auftritten und großen Gigs: Wo siehst du dich selbst?

Natürlich ist es aufregend, auf großen Bühnen für große Massen zu spielen, es ist eine andere Nummer. Es gibt große Lichter, Monitore und einen tollen Klang. Der Blick von der Bühne sieht fantastisch au , aber es verliert natürlich auch etwas von dem Charme und der Intimität der kleineren Bühnen und Locations.

Ich liebe es wenn Massen von Menschen singen und die Euphorie als warmes Gefühl von Ihnen zu mir transportiert wird. Die kleineren Bühnen liebe ich auch sehr, sie sind meine Wurzeln, können aber auch einschüchtern sein, da es natürlich weniger Menschen sind und alle dich beobachten. Aber anstatt das du ein Meer von gesichtlosen Menschen wahrnimmst, erlebe ich hier jedes Individuum so nah, ob sie lachen oder weinen – die Reaktionen auf mich bekomme ich sofort gespiegelt. Das ist manchmal schwierig, aber ich denke der Trick ist, es einfach so gut zu machen, das alle glücklich sind.

Meine folgende Frage ist ein bisschen pathetisch romantisch, aber.. Was hat dich dermaßen begeistert, zu Hause in Irland, auf der wilden, grünsen Insel, so dass du begonnen hast eigene Songs zu schreiben?

Eigentlich waren es die CD’s meiner Eltern und natürlich ihre Plattenkollektionen. Meine Mutter war in der smoothen Pop- und Rockmusik der 70er 80er Jahre zu Hause: Abba, Robbie Williams, The Eagles, The Blow Monkeys. Auf der anderen Seite war mein Vater der The Cure , The The, Led Zeppelin, Pink Floyd, oder auch Francois LaLane hörte. Ich wuchs also mit unterschiedlichster Musik auf und begeisterte mich wirklich sehr für echte, guten Gitarren Sound. Ab 2005 zogen mich Bands wie die Artics Monkeys, The Kooks, The Strokes, Green Days American Idiot, aber auch viele andere Indie Bands so in ihren Bann, das ich selbst anfing zu spielen und zu komponieren. Außerdem bin ich ein großer Glen Hansard und The Frames Fan – und ich versuche zudem immer mit meiner Musik und den Shows das „Irish Storytelling“ den Menschen näher zu bringen.

Mein erster Eindruck von dir war: Du bist super entspannt. Du hast sehr bodenständig und ruhig auf die Tatsache reagiert, das die Presse dich als Newcomer des Jahres 2017 feiert. Wir lieben deine Musik! Ist das eigentlich nicht genau das, was du willst? Was ist dir als Musiker wichtig?

Es passieren momentan viele negative, verrückte Dinge auf der Welt. Es gibt überall Krieg.
Menschen haben Angst. Ich möchte die Menschen ermutigen zu hoffen, sie beeinflussen glücklicher zu sein und sie für das Leben zu begeistern.

Wie wichtig ist Freundschaft im Leben?

Freunde sind wichtig. Aber genauso wichtig ist es, zufrieden zu sein, allein zu sein, Zeit mit sich zu verbringen, ein starker Charakter zu sein und für sich einzustehen. Mein Lieblingsratschlag an Freunde ist immer: “Don’t judge a man by his friends. Remember that the friends of Judah were impeccable
“Hemmingway.

Du warst mit Pete Doherty auf Tour, brauchst dich aber definitiv als Künstler nicht hinter ihm verstecken. Wieviel künstlerische Exzentrik brauchst du selbst in deinen Arbeiten?

Viel. Für mich ist es ist wichtig viel zu reisen, sowohl alleine als auch mit geliebten Menschen. Neues zu erleben, neue Dinge zu versuchen. Aber auch Leidenschaft, Lust, Liebe und vor allem: Sei du selbst und gib einen Fuck darauf, was andere Menschen über dich denken!

Bei deinem Hamburger Konzert hast du einen Song aus dem Dschungelbuch gecovert. „Walk like you – be like you..“. Brauchst du Vorbilder, um deine eigene musikalische Identität zu finden?

Gute Frage. Ja. Das machen wir alle. Keiner von uns würde unsere Hüften schwingen, wenn nicht für Elvis! Es würde keinen Hiphop ohne Jazz geben. Kein Trompete ohne Louis Prima! Was wäre Pop Musik ohne die Beatles?Wir sind alle von anderen Künstlern und großartigen Leuten inspiriert und diese Künstler wurden von anderen inspiriert. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass ‚Nichts neu ist‘. Wir alle brauchen Inspiration und wir brauchen alle Idole. Aber es ist auch wichtig, inspiriert zu werden, aber immer man selbst zu sein und sich zu erfinden.

Du bist sehr charismatisch, das spiegelt sich auch in deinen Songs wieder. Dein neues Album „Elephant“ kommt endlich im Herbst 2017. Ich kann es nicht erwarten, auch wenn ich ein riesen Fan deiner Live Performances bin. Auf welche musikalische Reise nimmst du uns mit?

Es wird mein Leben als junger Musiker spiegeln. Hoffnung, Liebe, Leidenschaft, meine Lust die Welt zu entdecken und zu formen. Ich glaube, das sich viele Menschen darin wiederfinden können. Ich freue mich, das du so positiv darüber sprichst!

Einer meiner Lieblingssongs auf deinem Album ist die neue Single „ Let’s move to the beaches“ – in der um mein Lieblingswort „ Revolution“ geht. Was explodiert in deinem Kopf, während ich das ausspreche und wie werden wir alle zusammen diese Revolution gestalten?

Ich freu mich, dass es dir gefällt! In diesem Lied geht es darum, sich selbst über das technologische Alter zu informieren und den kapitalistischen Lebensstil des Unternehmens zu boykottieren und die Auswirkungen auf unser Leben zu haben. Es ist eine Revolution des Selbst. Ich meine damit nicht, dass du dir Waffen holst und kämpfst. No way! Es geht darum, darüber nachzudenken, was du tust. Zum Beispiel: Mehr Zeit mit Menschen zu verbringen die dir wichtig sind, anstatt über dein Handy zu kommunizieren und dich davon abhängig zu machen. Diese „Move to the Beaches“ Idee meint, sich seiner selbst bewusst zu werden wo man steht, wo man sein will, und wer man ist. Innezuhalten, nein zu sagen zu dem ganzen Social Media Wahnsinn des 21.Jahrhunderts, der uns in Hamsterräder steckt. Denkt alle mehr über einen freien Lebensstil nach.

Natürlich möchte ich unbedingt wissen, wann Hamburg dich wieder sieht. Und, wirst du auch im Herbst 2017 zum Reeperbahnfestival gehen um andere Newcomer wie dich zu entdecken?

Ich werde den nächsten Gig’am 17. Juni auf dem Craft Beer Market Hamburg spielen. Also hoffe ich, du wirst auch da sein! Na klar gehe ich auch zum Reeperbahnfestival! Dort werden dieses Jahr einige irische Künstler sein! Du darfst sie nicht verpassen.

Meine letzte Frage ist ein Open Space für deine eigenen Gedanken, Lyrics , Poetry oder auch eine Nachricht an die Welt. Go for it!

Ich möchte mich mit einem Zitat aus ‚The Doors of Perception’ verabschieden, das meine große Liebe zur Musik ausdrückt:
„Most men and women lead lives at the worst so painful, at the best so monotonous, poor and limited that the urge to escape, the longing to transcend themselves if only for a few minutes, is and always has been one of the principal appetites of the soul.“ Aldous Huxley.

 

3. Juni 2017

About Author

Neo ist gut in drei Worten zu beschreiben: Blogger.Lover.RiotGirl. Ihr Herz hat sie in London verloren und in Hamburg wiedergefunden. Mit ihrem lauten Lachen steckt sie nicht nur zu neuen Abenteuern an, sondern nimmt das Leben mit dem gewissen Sinn für Humor ernst. Sie ist immer auf der Suche nach neuen Geschichten und Menschen, die wie sie voller Liebe zum Leben sind und zwischen den Zeilen zur Ruhe kommen. Widerstand ist ihr Lebensmotto! Frei fühlt sie sich auf Reisen und in kleinen, dreckigen Spelunken, in denen sie gerne Kurze kippt und versucht die Jukebox zu bedienen.


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