Kultur

Filmhighlights im Hamburger Mai – Arthouse Kino

Filmhighlights im Monat Mai - ThreeWords Magazine Hamburg

Das ThreeWords.Magazine Hamburg präsentiert aufregende Filmhighlights im Mai 2016

Für mich ist Kino ein Wunderort. Im Inneren wird es dunkel, und leise rauscht im Hintergrund der Projektor, während wir Zuschauer  uns in einem kollektiven Traum verlieren. Kino ist die moderne Version von Platons Höhlengleichnis. Wir sehen Schatten an der Wand, versuchen sie zu deuten aber verstehen werden wir sie nicht richtig, wenn wir uns nicht umdrehen und zum Ausgang gehen und die Welt selbst erleben. Trotzdem gibt es immer wieder etwas, das man nicht selbst erleben kann und davon erzählen uns Filme. Heute stelle ich Euch meine persönlichen Filmhighlights des Frühlings vor, die eindringlich, bedrückend, echt und sehenswert sind. Es folgt die Geschichte des jungen Matteo aus der Schweiz, eine Reise durch das revolutionäre Deutschland und ein Film über den Widerstand von fünf Schwestern, die am Leben gehindert werden. Viel Spaß!

Unterdrückte Wut und ausartende Rebellion.Chrieg

CHRIEG. Ein besonderes cineastisches Highlight ist für mich CHRIEG aus der Schweiz. Erzählt wird die Geschichte des Jungen Matteo, der von Familie und Staat und überhaupt allen verlassen wird. Er findet sich in den rauen Alpen wieder und dort in einem Erziehungscamp für schwererziehbare Jugendliche. Matteo muss einiges über sich ergehen bis er zur Gruppe dazu gehört, aber dazu gehören macht es eben nicht besser. Die anderen in dem Camp sind so rau wie die Berge, die Erwachsenen so abwesend wie die Träume der Kinder. CHRIEG, bedeutet Krieg und es ist eben der Krieg, den die Jugendlichen gegen die Erwachsenen und ihre Erwartungshaltungen führen. Krieg gegen das Nie-genügen. Allerdings werden aus Kindern Leute und so muss sich Matteo seinem eigenen Erwachsenwerden stellen. Diese minimalistische Gesellschaftsstudie ist eine Entdeckung. Kraftvoll, politisch, anarchistisch, voll mit Gewalt, schonungslos, mit poetischen Landschaftsaufnahmen.

Chaos und Anomie. Das Projekt A zwischen Revolution und Existenzsicherung

PROJEKT A. Täglich sehen und erleben wir eine Welt die zum Scheitern verurteilt ist. Krieg, Zerstörung, Überfluss und Hungersnöte. Alles scheint irgendwie falsch zu sein und trotzdem machen wir mit. Politik und Wirtschaft verschlimmer die Lage für uns Menschen sogar noch, anstatt zu helfen. Was wenn man nicht mehr mitmacht? Wenn man sich dem System verweigert? Moritz Springer und Marcel Seehuber haben sich auf die Reise gemacht und genau jene Menschen besucht. Ihnen ging es nicht darum Anarchie zu zeigen, sondern den Anarchisten an sich. Nicht das Scheitern wollen sie vorführen, sondern das Gelingen porträtieren. Manche der Akteure haben noch nicht ganz gefunden wonach sie suchen, aber sie sind auf dem Weg. Raus aus dem System, hin zu mehr Menschlichkeit und Individualität- Freiheit- Gleichheit- Brüderlichkeit.

Springer und Seehuber besuchen in ihrem Dokumentarfilm Athen-Exarchia, ein Stadtteil der besetzt und belagert ist, in dem die Existenzsicherung mit Gewalt durchgesetzt wurde. Zu Wort kommt Hanna Pudding, die andere darin unterweist wie man in Extremsituationen agiert und sich nicht erwischen lässt. In Spanien sehen wir, wie Anarchie in Demokratie eingebettet werden kann und wie man sich selbstbestimmt mit Lebensmitteln versorgt, zeigt in München das Kartoffel- Kombinat. Heutige Anarchie wird immer schnell mit „Steine schmeissen gleich gesetzt“. Das bedeutet fälschlicherweise „Chaos und Anarchie“. Doch müsste das eigentlich richtiger Weise „Chaos und Anomie“ heissen, zumindest sehe ich das so. Anarchie heisst eigentlich nur: Die Abwesenheit eines Alleinherrschers. Im philosophischen Kontext ist die Anarchie ein gesellschaftlicher Zustand in dem es eine minimale Gewaltausübung durch Institutionen gibt, aber dafür eine maximale Selbstverantwortung des Einzelnen vorherrscht. Projekt A sollte jeder gesehen haben. Wirklich JEDER !

Mustang – Fünf Schwestern die das Leben feiern wollen und es nicht dürfen.

Mustang. Fünf Schwestern in der türkischen Provinz verursachen einen handfesten Skandal als sie im Meer mit ein paar Jungs herum toben. Danach ändert sich das Leben der Mädchen drastisch. Eingesperrt in ihrem eigenen Zuhause und überwacht von der eigenen Familie, wird ihr Leben einsam und bedrückend. Die Geschichte spielt im Hier und Jetzt und wird aus der Sicht der jüngsten Tochter Lale erzählt. Lale geniesst noch die meisten Freiheiten von allen, da sie noch nicht im heiratsfähigen Alter ist. Dennoch beobachtet Lale alles und jeden. Sie weiss, dass sie sich auch bald der unterdrückenden Struktur der Familie beugen muss. Das es schliesslich zum Eklat kommt, ist offensichtlich. Der Film besticht durch seine jungen und charismatischen Darstellerinnen, seine langsamen, teils sonnendurchfluteten Bilder und durch die Musik von Warren Ellis. Der Debütfilm der jungen türkischen- französischen Filmemacherin Deniz Ganze Ergüv ist leicht, lebensfroh  aber auch dramatisch und stürmisch wie ein Sommergewitter.

 

 

7. Mai 2016

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