Interview, Kultur

Modetrend Harness: Eine Ode an das Selbstbewusstsein und ein It-Piece für sexpositive Parties!

Der Harness ist Trend geworden. Bedanken können wir uns an dieser Stelle bei der BDSM-Szene, die dieses Must-Have in den Clubs dieser Welt en Vogue gemacht hat. Auch Alexander Mc Queen hat „Fetisch“ auf den Laufsteg gebracht. Die Subculture übernimmt den Mainstream. Wie lange haben wir darauf gewartet. Wer vor Jahren noch über 50 Shades of Grey spottete, mag heute ein dankbar sein, dass die folgenden Generationen sich mehr auf sexpositive Parties trauen. Und die BDSM Szene nicht den Menschen überlassen wird, die in den 80er Jahren zwar für ihre Rechte kämpfte, aber teils verstaubte Kleiderordnungen und Events abfeiern. Kein Affront – aber wir brauchen Nachwuchs, neue Parties und genderlose Mode. Heute könnt ihr außerdem einen Harness oder eine Maske eurer Wahl von deutschen Brand: „Insider for Ladies – Harness and Masks from Germany“ gewinnen!

Mehr Sichtbarkeit für queere und kinky Menschen aller Fasson!

Wer sich stundenlang fragte wie man als Einsteiger auf einem kinky Event gekleidet sein sollte, hat nun die Lösung vor Augen. Natürlich könnte man an dieser Stelle diskutieren, ob das nun die neue Uniform ist und am Ende eben nicht mehr individuell. Könnte man. Aber auch anerkennen, das genau dieses Teil wirklich zu jedem Outfit passt, egal welche Inszenierung man sich aneignet. Auch die queer Szene nützt dieses Statement für sich und kombiniert das Lebensgefühl mit politischem Ausdruck. „Mehr Sichtbarkeit für queere und kinky Menschen aller Fason!“

Extravaganz, Konformität und sexuelle Zugehörigkeit

Malerin Anni von Bergen lebte lange in Berlin, jetzt in Hamburg und bald in Paris. Die selbstbewusste herzliche Künstlerin, die ursprünglich aus dem Ruhrpott kommt, hat nicht nur für das „Kit Kat“ in Berlin gezeichnet, sondern hat einen ganz besonderen Fetisch: Menschen. Extravagante Menschen zeichnen, in Situationen, in denen diese ganz frei sind. Ohne gesellschaftliche Konventionen und Rollenklischees. Ich habe Anni zu einem Interview eingeladen, um mit ihr über Extravaganz, Konformität und sexuelle Zugehörigkeit zu sprechen.

Interview mit Anni von Bergen

Du hast u.a. als Eventzeichnerin im KitKat Club gezeichnet. Was kannst du mir über Menschen und deren Lust auf besondere “Kleidung“ verraten?

Ich habe privat und in Kooperation mit dem dem Club im Kitkat gezeichnet. Für mich bietet sich dort eine schier grenzenlose Auswahl an Motiven, da sich die Gäste sehr viel Mühe mit ihren Outfits geben. Es macht Spaß, sich mit meinen Modellen zu unterhalten und ihre Beweggründe zu erfahren, die sie an diesen Ort führen. So unterhält man sich auch über das Outfit und wie es dazu gekommen ist. Ich denke, im Allgemeinen haben Menschen das Bedürfnis sich wohl zu fühlen, aber auch sich zu inszenieren. Jeder möchte seinen Körper gekonnt in Szene setzen. Auf kinky Parties gibt es die Möglichkeit, Konformität abzulegen und Individualität zu feiern. Was mich persönlich total berührt ist zu sehen, wie sich das Körpergefühl der Frauen im Laufe des Abends verändert.Vor dem Clubbesuch kommt immer die Frage auf, ob man dieses oder jenes Outfit überhaupt tragen könne, weil man nicht die Figur dafür hätte. Die Problematik kennt Frau ja zur Genüge aus dem Alltag. Begegnet man sich im Laufe der Nacht wieder, ist die Skepsis immer verflogen: „Warum habe ich mir überhaupt Sorgen gemacht? “ Dieses positive Erlebnis bestärkt einen darin, bei nächsten Mal richtig kreativ zu werden

Du portraitierst außergewöhnliche Situationen und Menschen. Ich weiß, dein Herz schlägt für Extravaganz, Theater und Stil. Welche Outfits begeistern dich wenn du auf Events skizzierst?

Aus künstlerischer Sicht faszinieren mich Outfits, die mit Proportion, Materialität und Gender spielen. Wenn ich auf Veranstaltungen gehe und sehe, wie viel Mühe sich Gäste geben, um ihrer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen begeistert mich das ungemein. Masken finde ich außerdem immer spannend. Ich kenne zB. einen Mann, der nahezu jedes Wochenende dort auftaucht und sein ganzes Gesicht ist über und über mit Schmuck bedeckt. Zu Beginn dachte ich, das wären echte Piercings, doch als ich ihn zeichnete erzählte er mir, dass er jedes Detail einzeln aufklebt und zurechtrückt. Das hat mich wahnsinnig fasziniert. Ein anderes Mal habe ich eine sehr kurvige Dame gezeichnet die barbusig, im Korsett und Reifrock auf einem Barhocker saß. Sie strahlte so viel Selbstbewusstsein aus und hatte zahlreiche Verehrer im Club. Beide Personen haben ihre Outfits für sich perfektioniert und sind total mit sich im Reinen. Das finde ich bewundernswert.

Bereits in der Erzählung des Dichters Gottfried Keller, wird die Effektivität von Kleidung als entscheidender Faktor in der Außenwirkung von Menschen thematisiert. Oft heißt es aber auch “sei du selbst” oder “spiel keine Rolle.” Doch genau das macht doch den Reiz solcher Parties aus, oder nicht?

Was kinky Parties im Allgemeinen so besonders macht ist, dass man sich dort völlig von Rollenklischees, gesellschaftlichen Konventionen und Bodissues lossagen kann. Das sind wertfreie Räume, wo experimentiert und sich neu erfunden wird. Man kann seinem Alltag entfliehen und in eine ganz neue Rolle schlüpfen. Das funktioniert auf „normalen“ Parties eher weniger, wo weiterhin gängige Schönheitsideale idealisiert werden.

Zweifelsohne lassen sich mit dem entsprechenden Outfit eindeutige Reaktionen auslösen…

Als ich die ersten Male ins Kitkat ging, kamen im Laufe des Abends sehr viele devote Personen auf mich zu, sprich Sklaven oder andere submissive Menschen. Das hat ich verdutzt und ich fragte meine Gegenüber, warum sie auf mich aufmerksam wurden. Ich bin relativ groß und trage leidenschaftlich gerne High Heels. Gepaart mit Latex und Selbstbewusstsein hat das massiv Eindruck gemacht und eine gewisse Dominanz schwang mit. Gestört hat es mich nicht, ich habe mich eher gefreut. Welche Frau möchte nicht hören, dass sie Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen ausstrahlt? Jedes Outfit ist ein Statement, erzeugt Zugehörigkeit, Zuspruch oder Ablehnung. Der Eine fühlt sich angetan von Hundemaske und Korsett, der Andere von Polohemd und Bluejeans. Am Ende geht es doch darum, dass Mann oder Frau sich wohlfühlen. Wenn wir immer nach der Reaktion fremder Menschen gehen würden, würde es weniger tolle Motive zum Zeichnen geben.

Ich höre immer wieder, dass vor allem Menschen, die neu in der Szene sind, Unsicherheiten bezüglich der Wahl ihrer Kleider haben. Was rätst du Ihnen?

Das Tolle ist: Auf solchen Parties sind der Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Das kann wiederum einschüchtern und man weiß nicht, wo man anfangen soll. Ich glaube das Beste ist, man macht sich bewusst, was einem im Alltag gut gefällt. Mag man es bequemer, ist vielleicht ein Bodysuit die richtige Wahl. Ist man eher der elegante Typ ist eine schicke Abendgarderobe wohl passender. In erster Linie muss man sich wohlfühlen und dann wird man schnell feststellen, dass es niemanden schert, wie man rumläuft.

Welche Outfits trägst du selbst wenn du auf sexpositive Parties gehst und warum?

Das entscheide ich spontan und immer nach Gemütslage. Zuhause besitze ich meine eigene kleine „Zauberkugel“ mit verschiedenen Kleidungsstücken von extravagant bis sportlich. Ich habe Harnesse, Choker und Garter in verschiedenen Farbausführungen, die ich gerne mit Kleidung kombiniere. Wenn ich plane zu zeichnen, muss es etwas praktischer sein – sprich ich benötige Hosentaschen und muss bequem sitzen können. Wenn ich eher zum Plausch mit Freunden ausgehe trage ich gerne Latex oder mal eine Korsage. Habe ich Lust zu tanzen, greife ich zum Bodysuit und Harness. Das sieht toll aus und ist super bequem. Und weil ich einen Harness so ästhetisch finde besitze ich mittlerweile auch ein paar Alltagstaugliche Varianten, meist eine Kombi aus Gürtel und Hosenträger.

Was ist sind gerade Fashion-Trends in der kinky Szene?

Ich habe das Gefühl, dass seit ein paar Jahren die kinky Szene die Fashion Trends beeinflusst. Schon immer haben sich Designer von Subkulturen inspirieren lassen und mehr und mehr finden sich Choker und Harness bei Haute Couture wieder. Was mir persönlich sehr viel Freude macht ist „genderless“ Fashion, wo auf überflüssiges Dekor wie Rüschen oder Klischee-Farbwelten für Männer und Frauen verzichtet wird. In schwarz kreieren sie tolle Silhouetten, die mit Harnessen super kombiniert werden können. Hier geht es zu Anni von Bergen / Instagram.

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16. Dezember 2021

About Author

Neo ist gut in drei Worten zu beschreiben: Blogger.Lover.RiotGirl. Ihr Herz hat sie in London verloren und in Hamburg wiedergefunden. Mit ihrem lauten Lachen steckt sie nicht nur zu neuen Abenteuern an, sondern nimmt das Leben mit dem gewissen Sinn für Humor ernst. Sie ist immer auf der Suche nach neuen Geschichten und Menschen, die wie sie voller Liebe zum Leben sind und zwischen den Zeilen zur Ruhe kommen. Widerstand ist ihr Lebensmotto! Frei fühlt sie sich auf Reisen und in kleinen, dreckigen Spelunken, in denen sie gerne Kurze kippt und versucht die Jukebox zu bedienen.


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